Am Freitag, den 13. Februar haben sich beim Westfälischen Fliesentag in Kamen über 160 Fachleute aus dem Handwerk getroffen, um sich zu aktuellen Entwicklungen in der Branche auszutauschen. Ein Programmpunkt, der auf besonders großes Interesse stieß, war der Vortrag von unserer Geschäftsführerin Yasmin Schütte zum Thema „KI für Fliesenleger“.
Praxisnahe Einblicke statt Technikshow
Im Mittelpunkt stand nicht die Technik, sondern der konkrete Nutzen für den Arbeitsalltag im Betrieb. Anhand typischer Situationen aus dem Büro zeigte Yasmin Schütte, wie sich umfangreiche Auftragsunterlagen in wenigen Minuten durchdringen lassen, sodass Verantwortliche schnell erkennen, worauf es ankommt – statt nach Feierabend seitenweise Dokumente zu bearbeiten. Ebenso wurde deutlich, wie Terminpläne automatisiert ausgelesen und in eine übersichtliche Wochenplanung für die Monteure überführt werden können. Ein weiteres Beispiel war die Erstellung von Baustellenprotokollen: Aus Fotos und kurzen Sprachaufnahmen entsteht ein sauberes, formal korrektes Protokoll, das vorab anhand von VOB, Rechtsprechung, Fachregeln und Kulanz geprüft wird.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein eigens entwickelter Workflow für Messen und Netzwerkveranstaltungen. Mit einem „Popup-CRM“ wurden Visitenkarten direkt vor Ort erfasst, mit öffentlich verfügbaren Informationen ergänzt und automatisiert in ein System überführt. Im Anschluss erhielten die Kontakte eine personalisierte Begrüßungs-E-Mail mit konkreten Terminvorschlägen. Aus unverbindlichen Messegesprächen wurden so klar vorbereitete Folgekontakte – ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand nach der Veranstaltung.
Wie KI das Backoffice im Handwerk entlastet
Zu Beginn herrschte im Plenum spürbare Zurückhaltung gegenüber dem Thema KI im Handwerk. Im Verlauf des Vortrags wandelte sich diese Skepsis jedoch zunehmend in Interesse, da die Beispiele klar zeigten, wie digitale Werkzeuge vor allem das Backoffice entlasten können. In der anschließenden Diskussion standen daher praktische Fragen im Vordergrund: Welche Lösungen sind für kleinere Betriebe geeignet, wie lassen sie sich in bestehende Abläufe integrieren und wie gelingt ein Einstieg, ohne den Betrieb zu überfordern?
Im Fazit machte Yasmin Schütte deutlich, dass KI fachliche Qualifikation und handwerkliche Erfahrung nicht ersetzt. Sie kann jedoch dazu beitragen, administrative Aufgaben zu reduzieren, Abläufe zu strukturieren und mehr Zeit für eine saubere Ausführung auf der Baustelle, für Kundinnen und Kunden und für einen pünktlichen Feierabend zu schaffen.
Ein besonderer Dank gilt Nicole Großer von den Bauverbänden NRW e.V. für die Organisation des Westfälischen Fliesentags sowie unserem Team, darunter Sebastian Kropp und Philipp Steuber, für die Unterstützung vor Ort und die Umsetzung der technischen Infrastruktur.



